erstellt von Christopher Benz am 19.09.2026
Über zu wenig Unterhaltung durfte sich niemand der rund 80 Zuschauer beschweren. „Es war ein typisch wildes Jugendspiel“, sagte Yannic Treiber zum 6:3-Auswärtssieg seiner U17 der SG Heidelberg-Kirchheim bei der U16 des FC-Astoria Walldorf. Das Derby der beiden Anpfiff ins Leben-Partnervereine ließ daher keine Wünsche offen.
Beide Teams starteten mit ordentlich Selbstvertrauen in das Anpfiff-Derby. Die Walldorfer haben ihren Auftakt vor einer Woche bei der SpVgg Neckarelz mit 4:2 gewonnen, die Kirchheimer setzten sich zuhause mit 2:1 gegen den VfB Eppingen durch. Nun ging es darum, sich schon früh in der Saison im oberen Tabellendrittel zu platzieren und dafür wäre ein Sieg am zweiten Spieltag selbstverständlich Gold wert gewesen.
Zum Spiel: Beinahe pausenlos ging es hoch und runter, wobei das Tempo Mitte der zweiten Hälfte sogar nochmals zunahm. „Es gab aber auch Phasen, in denen wir kontrolliert agieren konnten“, sagte Steffen Jung. Der Walldorfer Trainer sah einen couragierten Auftritt seiner Elf, die in der ereignisreichen Schlussphase mehr Pech als Glück hatte.
Doch der Reihe nach: Leon Alin Metzger ließ die Kirchheimer früh erstmals jubeln, als er nach gerade einmal sieben Minuten auf 0:1 stellte. Alessandro Marchetta glich nach 13 Minuten aus und wiederum nur sieben Zeigerumdrehungen später traf Mirsad Muqolli zur erneuten Gästeführung. Das 1:2 hatte rekordverdächtige 31 Minuten Bestand, in denen tatsächlich auf keiner Seite der Ball ins Netz wollte.
Dann mussten Fußballer und Zuschauer stets auf der Höhe sein, da es alle paar Minuten „schepperte“. Walldorfs Zhiyun Chen glich zum 2:2 aus (51.), Emilio Oberlie brachte die SGkler zum dritten Mal in Front (57.), ehe Jonas Henrik Mormann das dritte Mal ausglich (66.).
Beide Teams legten nicht nur ein hohes Tempo, sondern obendrein einen großen Siegeswillen an den Tag. Wenn nach dem 3:3 der Ball im Aus landete, beeilten sich Walldorfer wie Kirchheimer gleichermaßen, um ihn schnellstmöglich wieder ins Spiel zu bringen. Die Absicht dahinter ist klar zu erkennen gewesen: Beide Teams wollten unbedingt den Dreier.
Taktische Zwänge gab es längst keine mehr. „Vielleicht lag es ja auch ein bisschen am Derbycharakter“, meinte Treiber dazu. Als spielentscheidend sollten sich zwei kurz hintereinander verhängte Zeitstrafen für die Walldorfer herausstellen. „Da müssen wir cleverer sein und dürfen ganz einfach nicht so motze“, sagte Jung. Für seine Spieler ist das in der Hitze des Gefechts ebenfalls ein Lerneffekt.
Mit zwei Akteuren mehr auf dem Feld fiel es den Gästen folgerichtig leichter zu Torchancen zu kommen. Elian Kubach wuchtete die Kugel zum 3:4 in die Maschen. Die insgesamt vierte Führung sechs Minuten vor Schluss reichte. Die aufopferungswürdig kämpfenden FCAler konnten dem nichts mehr entgegensetzen. Savior Daniel (80.+2) sowie Tobias Buck mit dem Schlusspfiff (80.+3.) stellten auf 3:6, das sicher um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist.
„Wir haben uns das Spiel leider ein wenig selbst genommen“, konstatierte Jung, der dennoch lobend festhielt, „trotz des mehrmaligen Rückstands sind wir aber immer wieder zurückgekommen.“
Sein Trainerkollege aus Kirchheim strahlte nach Spielschluss. „Mit zwei Siegen in die Saison zu starten und das mit einer neu zusammengestellten Mannschaft, in der sich einiges erst noch finden muss, gefällt uns selbstverständlich sehr“, lautete Treibers Abschlussfazit.
Weiter geht es für beide nächste Woche. Die jungen SGKler haben gegen die SpVgg Durlach-Aue Heimrecht und die Astorstädter gastieren sonntagmorgens beim VfB Eppingen.
Schiedsrichter: Benjamin Stockmar (Heidelberg).
Tore: 0:1 Metzger (7.), 1:1 Marchetta (13.), 1:2 Muqolli (20.), 2:2 Chen (51.), 2:3 Oberli (57.), 3:3 Mormann (66.), 3:4 Kubach (74.), 3:5 Daniel (80.+2), 3:6 Buck (80.+3).




